Wi(e)der die Wut Rückblick auf den 13. KuPoBuKo 2026
- 2026
Der 13. Kulturpolitische Bundeskongress stellte die Frage nach den Handlungsmöglichkeiten von Kultur, Bildung und Politik, um in Zeiten gesellschaftlicher Verlusterfahrungen wieder Zuversicht zu geben.
Ziel war es, Diskurs- und Lernräume zu schaffen für die Herausbildung handlungspraktischer Ableitungen – gemeinsam mit Akteuren aus Kunst und Kultur, Kulturpolitik und Kulturverwaltung, kultureller und politischer Bildung sowie Wissenschaft und Journalismus mit unterschiedlichen Erfahrungen und diversen Perspektiven.
Der 13. Kulturpolitische Bundeskongress wurde von der Kulturpolitischen Gesellschaft und der Bundeszentrale für politische Bildung/bpb veranstaltet. Er wurde vom Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien gefördert. Der Deutsche Städtetag war Kongresspartner.
Fragen & Antworten
Bezugnahmen auf den demokratischen Grundkonsens und Anrufungen des normativen Kerns im Grundgesetz werden immer häufiger konterkariert durch Verweise auf staatliche Neutralitätspflichten. Während die Profession politischer Bildung und die Gedenkstättenpädagogik bereits seit vielen Jahren auf die damit verbundene, enorme Gefahr hinweisen, erreicht dieser Diskurs nun auch verstärkt die Kultur – sowohl in ihrer praktischen Arbeit als auch in der Kulturpolitik und Kulturverwaltung.
Was bedeutet das »Neutralitätsgebot« – juristisch betrachtet? In welchem Verhältnis stehen der demokratische Grundkonsens und der normative Kern im Grundgesetz zu Verweisen auf »staatliche Neutralität«? Wie steht es um »Neutralität als Haltung« im Bereich der Kulturpolitik und -praxis? Was bedeutet »Haltung« hierbei? Was brauchen Mitarbeitende in Kulturverwaltung und -institutionen, in kultureller Bildung und ästhetischer Praxis, um »Haltung« bewahren zu können?
Welche Prioritäten und Strukturen liegen der Kulturfinanzierung aktuell zugrunde? Welche Auswirkungen haben enger werdende finanzielle Spielräume gesamtgesellschaftlich – gerade angesichts der Tatsache, dass Kultur als »vorpolitischer Raum« besonders von »Kulturkämpfen« betroffen ist? Bedarf es alternativer Finanzierungsstrukturen? Oder braucht es nicht gerade die bessere Nutzung vorhandener Ressourcen und eine Stärkung des Kulturbereiches insgesamt als zentralem Austragungsort der Angriffe auf die liberale, plurale Demokratie? Wie können Kultureinrichtungen als Orte der Aushandlungsprozesse stärker wahrgenommen und auch gefördert werden und damit der (gefühlten) Polarisierung entgegenwirken?
Netzwerke bestehen aus einer Reihe miteinander verbundener Knoten und Verbindungen. Sie sind zentrale Systeme in Natur und Technik ebenso wie im Sozialen. Können wir in den sozialen Systemen von biologischen Systemen lernen? Welche Rolle spielen Kooperationen – in der Natur und in der Gesellschaft? Wie tragfähig ist das Konzept des »Survival of the Nettest« (Dirk Brockmann 2025) aus der Natur für aktuelle Herausforderungen? Können Kulturpolitik, kulturelle und politische Bildung sowie ästhetische Praxis zur Erprobung und Etablierung von Mechanismen beitragen, die uns zum Umgang mit negativen Emotionen befähigen und damit »Schlüsselkompetenzen« ausbilden, um der allgegenwärtigen Erfahrung von Verlust gewachsen zu sein? Wenn dafür maßgeblich ist, nicht (mehr) naiv zu sein – heißt: mit möglichen Verlusten rechnen, Resilienz aufbauen, Ambiguitätstoleranz fördern – ist das dann schon genug, um autoritären Angriffen erfolgreich zu begegnen? Welche Netzwerke müssen dafür geschlossen werden? Und wie?
Konzept
Laden Sie hier das Konzept zum Bundeskongress herunter
Programm
Der Kongress widmete sich der Auseinandersetzung mit Verlusten und Emotionen und ihrer Rolle und Nutzung in den aktuellen Debatten, der Erörterung der Frage von »Neutralität als Haltung?«, der Diskussion von »Kulturfinanzierung als Einfallstor?« sowie der Ausgestaltung von »Netzwerken als Rettung?«.
Podiumsdiskussionen und beteiligungsorientierte Formate boten Impulse, Dialogräume und Vernetzungsplattformen.
Referent*innen
Bildergalerie
Aufzeichnungen
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